Tempel, Tempel und noch mehr Tempel in Angkor

Angkor ist mit mehr als 1000 Heiligtümern auf über 350 Quadratkilometern die größte Tempelstadt weltweit. Zwischen den Jahren 802 bis 1295 hat das alte Khmer-Königreich zahlreiche Tempelanlagen in Angkor bauen lassen. Um die Größe und das Ausmaß der Anlage zu verstehen, haben wir drei von unseren fünf Tagen Aufenthalt in Siem Riep, der kleinen Tour-Stadt bei Angkor, in Angkor verbracht. Wir sind zusammen mit unseren kleinen, tapferen Eva in der Hitze über Steine gekraxelt, haben zahlreiche Treppenstufen erklommen und am Ende des berühmt berüchtigten Tempelkoller bekommen – es hat sich gelohnt, denn nur so kann man die unfassbare Schönheit und Größe der Anlage verstehen und erleben.

Die bekannteste Tempelanlage ist Angkor Wat, das größte religiöse Bauwerk der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe. Angkor Wat ist eine bis ins Detail geplante, geometrisch angelegte Anlage mit Tempelberg und fünf Türmen. Die Innen- und Außenwände sind mit Reliefs von 2000 himmlischen Tänzerinnen verziert, den Apsaras. Mindestens genau so beeindruckend fand ich Ta Prohm, eine Tempelanlage mit spektakulär von Würgefeigen überwucherten Gebäudeteilen. Im Gegensatz zu Angkor Wat wurde Ta Prohm weitestgehend sich selbst überlassen und der Dschungel hat die Anlage erobert.

Unser Hotel, das Angkor Hotel, lag im Touristenstädtchen Siem Riep. Das Angkor Hotel war früher bestimmt mal ein gutes Hotel. Nur leider wurde hier die letzten zehn Jahre nichts mehr investiert, die Anlage wirkt heruntergekommen und herzlos, und die Mitarbeiter sind alles andere als motiviert.
Die Zimmer sind in die Jahre gekommen, was man an Löchern im Teppich, einer vom Alter verdreckten Badewanne oder Kabeln, die aus der Wand hängen erkennt. Im ganzen Hotel gibt es eine Mückenplage. Obwohl unser Zimmer täglich mit Anti-Mücken-Spray gesprüht wurde und wir nie das Fenster oder die Tür geöffnet hatten, konnten wir tagtäglich mehrere Mücken im Zimmer jagen. Immerhin wurden die Zimmer gut gereinigt. Auch den Jahreswechsel haben wir in Siem Riep verbracht. Stimmung kam allerdings nicht auf, denn traditionell feiern die Kambodschaner ihr Neujahr am Khmer Neujahr vom 13. bis 16. April für 3 Tage gefeiert. Nur die Touristen und in Kambodscha lebenden Ausländer feiern den Jahreswechsel am 31. Dezember. Da unser Hotel gar keine Neujahrsfeier hatte, haben wir einfach ins neue Jahr geschlafen und nicht zelebriert.

Neben den vielen Tempeln haben wir eine uns sehr nahe gehende persönliche Bekanntschaft mit Vebol, unserem Tuk Tuk Fahrer, gemacht. Vebol hat uns drei der fünf Tage durch Angkor und die Umgebung von Siem Riep gefahren. Durch seine liebevolle Art hat er sich dabei in unser Herz gefahren. Einen Tag hat er uns zu sich nach Hause eingeladen – eine Bretterbude auf Stelzen, die kleiner als unser Hotelzimmer war. In diesem 20 Quadratmeter großem Zimmer mit zwei Matratzen und einem Fernseher lebt Vebol zusammen mit seiner Frau und seinen sieben Kindern. Vor Regen geschützt ist sein zu Hause durch ein Wellblechdach, das schrecklichen Lärm macht, wenn es regnet. Uns ging die Wohnsituation von Vebol und seiner Familie sehr nahe. Er ist als Tuk Tuk Fahrer davon abhängig, dass er durch Kollegen Aufträge vermittelt bekommt. Er zahlt dann von seinem ohnehin geringem Lohn einen großen Anteil an seine Auftraggeber. Hat er keinen Auftrag, bekommt er kein Geld und seine Familie muss hungern. So eine persönliche Begegnung mit Armut geht einem sehr zu Herzen.

Wir wollten also gerne helfen, Vebols Einkommen zu erhöhen und seine Abhängigkeit von Auftraggebern, die große Anteile seines Tagelohns abziehen, zu reduzieren. Deshalb haben wir während unseres Aufenthaltes die Abende am Laptop verbracht und ihm eine eigene Website und einen TripAdvisor-Account erstellt. Das ist für einen Mann wie Vebol ohne Computer und mit nur mittelmäßigen Englisch-Kenntnissen eine wertvolle Sache. Seitdem kann er Geld unabhängig verdienen und behält den ganzen Betrag für sich. Wer also mal einen Tuk Tuk Fahrer in Siem Riep sucht, kann das hier gerne tun: http://veboltuktuk.wordpress.com . Bereits fünf Monate nach Erstellen der Website hat Vebol 22 Bewertungen auf Tribadevisor, alle mit 5 von 5 Sternen bewertet!

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Dauer: 28. Dezember 2015 – 2. Januar 2016, Hotel: Angkor Hotel

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2 Gedanken zu “Tempel, Tempel und noch mehr Tempel in Angkor

  1. Nora schreibt:

    Wow! Das ist echt cool! Habt ihr gut gemacht! Falls wir uns in unserer Elternzeitreise von Thailand nach Kambodscha trauen, werden wir ihn definitiv buchen! Hattet ihr keine Angst vor Malaria? Wie seid ihr nach Angkor gekommen?

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    • juliardo2015 schreibt:

      Liebe Nora,
      danke für deine netten Worte 🙂 Und falls ihr Vebol buchen solltet, dann richtet bitte ganz ganz liebe Grüße von uns aus!

      Wir sind während der ganzen Reise nur in Regionen gefahren, in denen es kein Malaria gibt. Bei den Tropeninstituten oder beim Auswärtigen Amt kann man sich erkundigen, in welchen Regionen es genau Malaria gibt und in welchen nicht. Insofern hatten wir auch keine Angst vor Malaria. Lediglich dem Dengle-Fieber kann man nicht entkommen, da dieses immer überall verbreitet werden kann. Meist wissen die Menschen vor Ort, ob gerade ein höheres Dengle-Fieber-Risiko besteht. Wenn ja, dann haben wir besonders gut darauf geachtet, dass Eva mit dünner, heller, langer Kleidung angezogen war und die Morgen- und Abendstunden drinnen verbracht. Ein Restrisiko bleibt da immer bestehen.

      Nach Angkor sind wir mit dem Flugzeug von Phnom Pen aus gekommen. Danach sind wir dann von Angkor aus mit dem Flugzeug nach Vietnam geflogen.

      Ich wünsche euch eine gute Reise und meldet euch gerne mal mit einem kurzen Reisebericht, den ich gerne veröffentlichen würde 🙂

      LG

      Juliane

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