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Tempel, Tempel und noch mehr Tempel in Angkor

Angkor ist mit mehr als 1000 Heiligtümern auf über 350 Quadratkilometern die größte Tempelstadt weltweit. Zwischen den Jahren 802 bis 1295 hat das alte Khmer-Königreich zahlreiche Tempelanlagen in Angkor bauen lassen. Um die Größe und das Ausmaß der Anlage zu verstehen, haben wir drei von unseren fünf Tagen Aufenthalt in Siem Riep, der kleinen Tour-Stadt bei Angkor, in Angkor verbracht. Wir sind zusammen mit unseren kleinen, tapferen Eva in der Hitze über Steine gekraxelt, haben zahlreiche Treppenstufen erklommen und am Ende des berühmt berüchtigten Tempelkoller bekommen – es hat sich gelohnt, denn nur so kann man die unfassbare Schönheit und Größe der Anlage verstehen und erleben.

Die bekannteste Tempelanlage ist Angkor Wat, das größte religiöse Bauwerk der Welt und UNESCO-Weltkulturerbe. Angkor Wat ist eine bis ins Detail geplante, geometrisch angelegte Anlage mit Tempelberg und fünf Türmen. Die Innen- und Außenwände sind mit Reliefs von 2000 himmlischen Tänzerinnen verziert, den Apsaras. Mindestens genau so beeindruckend fand ich Ta Prohm, eine Tempelanlage mit spektakulär von Würgefeigen überwucherten Gebäudeteilen. Im Gegensatz zu Angkor Wat wurde Ta Prohm weitestgehend sich selbst überlassen und der Dschungel hat die Anlage erobert.

Unser Hotel, das Angkor Hotel, lag im Touristenstädtchen Siem Riep. Das Angkor Hotel war früher bestimmt mal ein gutes Hotel. Nur leider wurde hier die letzten zehn Jahre nichts mehr investiert, die Anlage wirkt heruntergekommen und herzlos, und die Mitarbeiter sind alles andere als motiviert.
Die Zimmer sind in die Jahre gekommen, was man an Löchern im Teppich, einer vom Alter verdreckten Badewanne oder Kabeln, die aus der Wand hängen erkennt. Im ganzen Hotel gibt es eine Mückenplage. Obwohl unser Zimmer täglich mit Anti-Mücken-Spray gesprüht wurde und wir nie das Fenster oder die Tür geöffnet hatten, konnten wir tagtäglich mehrere Mücken im Zimmer jagen. Immerhin wurden die Zimmer gut gereinigt. Auch den Jahreswechsel haben wir in Siem Riep verbracht. Stimmung kam allerdings nicht auf, denn traditionell feiern die Kambodschaner ihr Neujahr am Khmer Neujahr vom 13. bis 16. April für 3 Tage gefeiert. Nur die Touristen und in Kambodscha lebenden Ausländer feiern den Jahreswechsel am 31. Dezember. Da unser Hotel gar keine Neujahrsfeier hatte, haben wir einfach ins neue Jahr geschlafen und nicht zelebriert.

Neben den vielen Tempeln haben wir eine uns sehr nahe gehende persönliche Bekanntschaft mit Vebol, unserem Tuk Tuk Fahrer, gemacht. Vebol hat uns drei der fünf Tage durch Angkor und die Umgebung von Siem Riep gefahren. Durch seine liebevolle Art hat er sich dabei in unser Herz gefahren. Einen Tag hat er uns zu sich nach Hause eingeladen – eine Bretterbude auf Stelzen, die kleiner als unser Hotelzimmer war. In diesem 20 Quadratmeter großem Zimmer mit zwei Matratzen und einem Fernseher lebt Vebol zusammen mit seiner Frau und seinen sieben Kindern. Vor Regen geschützt ist sein zu Hause durch ein Wellblechdach, das schrecklichen Lärm macht, wenn es regnet. Uns ging die Wohnsituation von Vebol und seiner Familie sehr nahe. Er ist als Tuk Tuk Fahrer davon abhängig, dass er durch Kollegen Aufträge vermittelt bekommt. Er zahlt dann von seinem ohnehin geringem Lohn einen großen Anteil an seine Auftraggeber. Hat er keinen Auftrag, bekommt er kein Geld und seine Familie muss hungern. So eine persönliche Begegnung mit Armut geht einem sehr zu Herzen.

Wir wollten also gerne helfen, Vebols Einkommen zu erhöhen und seine Abhängigkeit von Auftraggebern, die große Anteile seines Tagelohns abziehen, zu reduzieren. Deshalb haben wir während unseres Aufenthaltes die Abende am Laptop verbracht und ihm eine eigene Website und einen TripAdvisor-Account erstellt. Das ist für einen Mann wie Vebol ohne Computer und mit nur mittelmäßigen Englisch-Kenntnissen eine wertvolle Sache. Seitdem kann er Geld unabhängig verdienen und behält den ganzen Betrag für sich. Wer also mal einen Tuk Tuk Fahrer in Siem Riep sucht, kann das hier gerne tun: http://veboltuktuk.wordpress.com . Bereits fünf Monate nach Erstellen der Website hat Vebol 22 Bewertungen auf Tribadevisor, alle mit 5 von 5 Sternen bewertet!

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Dauer: 28. Dezember 2015 – 2. Januar 2016, Hotel: Angkor Hotel

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Stillen und Flaschennahrung in Südostasien

Ach, was habe ich mir vor der Reise anhören müssen! „Als stillende Mutter sollte man nicht nach Südostasien fahren!“ „Dort kannst du mit nicht in der Öffentlichkeit stillen!“ „In muslimischen Ländern kann man nicht außerhalb der eigenen vier Wände stillen!„. Und nach unserer Reise kann ich sagen: alles Quatsch! Ganz im Gegenteil! Stillen war in keinem der von uns besuchten Länder ein Problem, solange dies diskret geschah. Auch in den muslimischen Ländern Indonesien und Malaysia konnte man problemlos Stillen, solange man unauffällig alles bedeckt. Ich war bei weitem nicht in die einzige Mama, die in der Öffentlichkeit gestillt hat. Egal ob mit oder ohne Kopftuch, Muslime oder Christin, stillende Mamas habe ich überall getroffen. Das war praktisch, denn die Muttermilch hat man immer dabei, man muss keine Fläschchen sterilisieren oder sauberes Wasser besorgen.

Mit meinem Stillponcho waren das Baby und Mamas Brust jederzeit gut verdeckt. Gleichzeitig konnte ich den Poncho als Decke fürs Baby oder als Schulterbedeckung bei Tempelbesuchen einsetzen. Ein treuer Dauerbegleiter also, der sich in den verschiedensten Situationen bewährt hat.

Ein klarer Vorteil des Stillen liegt darin, dass das Baby dabei Antikörper durch die Muttermilch übertragen bekommt, die das Kind  vor bestimmten Erkrankungen schützen. Allerdings kann die Mutter dem Kind nur Antikörper gegen die Krankheiten übermitteln, die sie selbst durchlebt hat oder gegen die sie geimpft wurde. Das gilt zwar nicht für alle Krankheiten und ist im Einzelfall sehr unterschiedlich, aber ein gewisser Netzschutz besteht. Kein Antikörperübertritt erfolgt für Lues, Scherichia Coli, einzelne Salmonellosen und Shigellosen, ein sehr geringer Antikörperübertritt ist für Hämophilus, Keuchhusten und Streptokokken zu erwarten. Ein guter Antikörperübertriit erfolgt für Diphterie, Tetanus, Salmonella H, Röteln, Mumps, Polio und Masern.

Auch wer sein Baby mit Flaschennahrung versorgt, kann problemlos Nachschub besorgen. Egal wo wir waren, es gab immer auch in jedem noch so kleinem Ort Milchpulver zu kaufen. Lediglich das desinfizieren der Flaschen stelle ich mir mühselig vor. Dazu kann ich jedoch nicht mehr sagen, da ich damit keine Erfahrung habe.

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Pause auf Langkawi

Ach, es hat uns nochmal zurück gezogen auf unsere Lieblingsinsel mit seinen tollen Bewohnern. Wir haben uns nochmal für neun Tage ins fabelhafte Cactus Inn einquartiert und die Seele baumeln lassen. Ganz entspannt sind wir alle Tage angegangen und haben viel Zeit im Cactus Inn verbracht, dort Plätzchen gebacken und Affen beobachtet.

Gerade zu der Zeit wurde auch das Baby der Rezeptionistin geboren und wir durften die beiden besuchen. Was für eine Freude! Außerdem haben wir viel Zeit mit Jacky, ihrem Sohn Jordan und ihren Freunden verbracht. Edu hat unsere Reisekasse etwas aufgebessert und Jordan Nachhilfe in Spanisch gegeben. Zusammen mit Lip, dem Besitzer des Cactus Inn, haben wir einen Ausflug auf den Berg Gurung Rays gemacht und Vögel beobachtet.

 

Dauer: 14. – 23. Dezember 2015, Hotel: Cactus Inn

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Die acht ultimativen Accessoires für Reise-Eltern

Reisen mit Baby bedeutet, dass man am liebsten mit einem ganzen Haushalt reisen möchte, um den besonderen Baby-Ansprüchen gerecht zu werden und für jede Situation gewappnet zu sein. Wir hatten insgesamt zwei Reisetaschen dabei, wobei eine Tasche allein mit Evas Gepäck gefüllt war. Welche Gegenstände und Accessoires sich dabei als besonders hilfreich herausgestellt haben, möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen.

1. Stoff-Kindersitz

Hochstühle für Babys sind in Südostasien nur selten vorhanden. Babys werden so gut wie immer von Familienmitgliedern oder Restaurantmitarbeitern rumgetragen und verhätschelt. Um sein Kind jedoch trotzdem zwischendurch zum Füttern abzusetzen und sicher zu wissen oder auch um einen vorhandenen Hochstuhl sicherer zu machen, hatten wir den Mobiseat dabei. Dieser hat sich mit als das wertvollste Reiseaccessoires herausgestellt und uns jeden Tag egal wohin begleitet. Dieser mobile Reisesitz aus Stoff kann auf so gut wie jedem Stuhl angebracht werden. Verstaut wird der Sitz in einer kleinen passenden Stofftasche. Einfach genial!

2. Zelt-Reisebett

Ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder ein Bett für sein Baby mitschleppen will und seinen Wurm einfach mit ins Elternbett nimmt. Für uns war das Zelt-Reisebett trotzdem genau das richtige. Auch wenn Eva oft im Laufe der Nacht zu uns ins Bett gekommen ist, war es doch gut, dass sie einen Platz zum Schlafen hatte. So konnte man sie jederzeit sicher ablegen, egal ob zum Nickerchen tagsüber oder nach dem Einschlafen. Meist hätten unsere Unterkünfte auch Beistellbetten gehabt, allerdings war es mir wichtig, dass Eva einen festen Rückzugspunkt hatte, der nur ihr alleine gehört und sie auf der Reise als eine der wenigen Konstanten begleitet. Platzmäßig hat das Zelt ca. 20 Prozent einer Reisetasche eingenommen und wiegt 2,2 Kilo. Auch praktisch war der integrierte sichere Moskito- und Insektenschutz in dem Bett, falls sich doch mal eine Mücke ins Zimmer verirrt hatte.

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3. Stillponcho

Hungrige Babys wollen ihre Nahrung hier und sofort, egal ob es gerade ins Umfeld passt oder nicht. Stillen war in keinem der von uns besuchten Länder ein Problem, solange dies diskret geschah. Auch in den muslimischen Ländern Indonesien und Malaysia konnte man problemlos Stillen, solange man unauffällig alles bedeckt. Ich war bei weitem nicht in die einzige Mama, die in der Öffentlichkeit gestillt hat. Egal ob mit oder ohne Kopftuch, Muslime oder Christin, stillende Mamas habe ich überall getroffen.
Mit meinem Stillponcho waren das Baby und Mamas Brust jederzeit gut verdeckt. Gleichzeitig konnte ich den Poncho als Decke fürs Baby oder als Schulterbedeckung bei Tempelbesuchen einsetzen. Ein treuer Dauerbegleiter also, der sich in den verschiedensten Situationen bewährt hat.

4. Anti-Moskito-Sticker

Um Eva vor Mückenstichen zu schützen haben wir sie in lange, dünne und helle Kleidung gekleidet. Babys dürfen noch nicht mit DEET oder anderen Anti-Moskitogiften eingesprüht werden. Als Alternative findet man in Südostasien Zitronella-Sticker, die auf die Kleidung des Babys geklebt werden. Sofort nach unserer Ankunft haben wir uns damit eingedeckt und die Anti-Moskito-Sticker immer dabei gehabt. In Indonesien, Kambodscha und Vietnam habe ich nicht darauf geachtet, aber zumindest in Malaysia und Thailand kann man die Sticker für kleines Geld in jedem 7-eleven, Supermarkt oder in der Apotheke erwerben.

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Anti-Moskitosticker für Babys mit Zitronella

 

5. Babyphone

Evas innere Uhr hat um 19 Uhr auf Schlafmodus gewechselt, so dass wir ab spätestens 19:30 Uhr den Abend zur „freien Verfügung“ hatten. Um den Abend für uns Eltern noch angenehm zu gestalten, hatten wir optimaler Weise eine Unterkunft mit gutem, bezahlbaren Restaurant in Babyphone-Reichweite gefunden. Man hat dann das Gefühl, dem Baby-Alltag etwas entkommen zu können, wenn man den Abend nicht mit seinem schlafenden Baby im Hotelzimmer verbringt. Kleiner Tipp: Dach-Bars gehen schlecht mit Babyphone. Besser ist es, wenn sowohl Zimmer als auch Restaurant auf einer Ebene liegen.

6. Leselampe

Trotz sorgfältigster Hotelauswahl verbringt man dennoch unzählige Abende gemeinsam mit seinem schlafenden Baby im Hotelzimmer. Dabei findet man nur selten ein Zimmer, das über eine gute Leselampe verfügt. Die Deckenlampe will man aber auch nicht eingeschaltet lassen, um das schlafenden Baby nicht all zu sehr im Schlaf zu stören. Deshalb waren wir mehr als froh darüber, zwei Leselampen dabeigehabt zu haben. Die Lampen waren häufig im Einsatz – sei es zum Lesen, Tastatur-Erleuchten oder als Taschenlampe.

7. Kopfhörer-Splitter

Ein weiteres hilfreiches Accessoire zum abendlichen Eltern-Entertainment ist der Kopfhörer-Splitter. Mit Hilfe des Splitters können zwei oder mehr Kopfhörer an den Laptop angeschlossen werden und man kann abends noch gemeinsam einen Film schauen.

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8. Tragehilfe

Egal ob man in Angkor-Wat Tempel erkunden will, eine Einschlafhilfe braucht oder sein Baby sicher im Tuk Tuk wissen will – ohne unsere Tragehilfe wäre diese Reise durch Südostasien nicht möglich gewesen. Auch wenn das Tragen mit der Zeit anstrengend ist und auf den Rücken geht, so war unsere Tragehilfe trotzdem fast täglich im Einsatz. Wir persönlich hatten uns für den Bondolino entschieden, der ohne Probleme von meinem Mann und mir angelegt werden kann ohne die Schnallen jedes Mal wieder umstellen zu müssen. Außerdem ist es möglich, das Baby sowohl vorne als auch hinten zu tragen.

Ein weiterer Vorteil des Bondolinos ist, dass dieser in zwei Varianten angeboten wird – bestehend aus dickem, schweren oder aus leichtem, dünnen Stoff. So oder so wird es aber eine schwitzige Angelegenheit für beide Seiten, sein Baby durch Südostasien zu tragen. Wir haben Eva stets mit Wasser bespritzt und abgekühlt, sie regelmäßig aus der Tragehilfe herausgenommen und Pausen in klimatisierten Gebäuden gemacht.

Das sind meine ultimativen Accessoires für eine entspannte Reise mit eurem Baby. Was für Erfahrungen und Tipps haben die erfahrenen Reise-Eltern unter euch zu diesem Thema? Teilt eure Ideen, Meinungen und Fragen gerne in den Kommentaren.

Umzingelt von einer Gruppe Pfandfindern in Jakartas Altstadt

Wie die Superstars in Jakarta / Indonesien

Alle hatten uns gewarnt, Jakarta sei hässlich, chaotisch und lediglich ein einziges großes Verkehrschaos. Teilweise wurden wir mit schrägen Blicken bedacht, warum wir ausgerechnet dort hinfahren wollen. Selbst Jakartas Einwohner haben uns gefragt, warum wir so lange (4 Tage) in Jakarta verbringen würden. Hätte unsere Flugverbindung es hergegeben, wären wir dort lediglich umgestiegen. Befragt man Tripadvisor, was es in Jakarta zu tun gibt, dann wird als Nummer 1 aller Aktivitäten ein Shoppingcenter, die Grand-Indonesia-Shopping-Town, empfohlen. Der Besuch eines Shoppingcenters entspricht nun nicht gerade der Art Tourismus, die wir uns vorstellen. Da wir jedoch eh mindestens eine Nacht dort verbringen mussten, um den Anschlussflug zu bekommen, haben wir kurzerhand vier Nächte daraus gemacht und siehe da, es hat sich voll und ganz gelohnt! Zunächst einmal gilt es zu sagen, dass Jakarta wirklich hässlich, chaotisch und voller Verkehrschaos ist. Auch an Sehenswürdigkeiten hat Jakarta nicht so viel zu bieten. Trotzdem hat die Stadt uns gefallen, denn Jakarta ist vor allen Dingen authentisch (was insbesondere nach dem touristischen Bali gut getan hat) und hat jede Menge sympathische Bewohner.

Zwei der vier Tage in Jakarta haben wir schlussendlich im Shoppingcenter verbracht. Es war angenehm, in der klimatisierten Anlage Abstand vom Chaos der Stadt zu finden und sich in der riesigen Mall treiben zu lassen. In der Skybar „Skye“ konnten wir beim Mittagessen im 57. Stockwerk einen Panoramablick über Jakarta, die größte Stadt Südostasiens, und ihre knapp zehn Millionen Einwohner genießen. Ein weiteres Highlight war der Besuch der Istiqlal-Moschee, Südostasiens größter Moschee, die bis zu 120.000 Gläubigen Platz bietet. Nur unser Hotel war leider eher bescheiden – mit Zimmern ohne Fenster und Kakerlaken in der Hotellobby. Leider war bei den Hotelpreisen in Jakarta nicht mehr drin.

Ansonsten haben wir erstmals ein Gefühl dafür bekommen, wie es ist, ein Superstar zu sein. Da es kaum westliche Touristen in Jakarta gibt, wurden wir fast jeder touristischen Attraktion angeschaut oder gebeten, dass man ein Foto von bzw. mit uns machen dürfte. Normalerweise kennen wir diesen Eva-Effekt schon, die vermutlich schon von ganz Südostasien fotografiert wurde, aber diesmal bezog sich das Interesse auf jeden von uns. Es fing damit an, dass ich im nationalen Monument „Monumen Nasional“ eine Gruppe von Mädchen bemerkte, die mir kichernd hinterher lief. Als sich endlich eines traute, mich um ein Foto zu bitten, war das Eis gebrochen und wir waren mindestens eine halbe Stunde mit posieren beschäftigt, weil immer mehr Indonesier Fotos mit und von uns machen wollten. Egal wo wir hin kamen wurden wir ständig angesprochen und angestarrt. Man fühlt sich im ersten Moment gehrt und wird leicht berauscht aufgrund der vielen positiven Aufmerksamkeit. Trotzdem bin ich froh, dass es mir nicht täglich so geht und ich normalerweise auch gut in der Menge verschwinden kann.

Auch hier in Jakarta haben wir wieder eine Geste der Gastfreundschaft erlebt, die uns nachhaltig beeindruckt hat. Wir haben in Jakartas Altstadt in einer Garküche auf dem Straßenboden Gado-Gado gegessen, eine typisch indonesische Mahlzeit bestehend aus Erdnusssoße und Gemüse. Als wir bezahlen wollten, stellte sich heraus, dass die Familie neben uns, die ebenfalls in der Garküche gegessen hatte, uns zum Essen eigeladen hatte. Einfach so, obwohl wir uns kaum unterhalten hatten. Sie waren so froh, dass wir Jakarta besucht haben und dass sie uns ihre Esskultur näher bringen durften. Edu und ich waren erst überrascht und haben uns dann riesig gefreut! Wer bei uns in Deutschland hat das schon mal mit einem Touristen gemacht? Ich habe mir fest vorgenommen, diese Gastfreundschaft mit nach Hause zu nehmen und zu übernehmen!

 

Dauer: 10. – 14. Dezember 2015, Hotel: Citi M Hotel

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Insel der Götter – Bali / Indonesien

Drei Wochen haben wir insgesamt auf Bali verbracht und die erste Woche waren wir definitiv im bisher luxuriösesten Hotel der Reise untergebracht. Für nicht mal 25 € die Nacht haben wir im Ort Jimbaran im Süden Balis ein Zimmer mit Schlaf- Wohnzimmer und Küche gemietet, inklusive üppigem Frühstück. Da wir die einzigen Gäste im Hotel waren, hat es sich für uns so angefühlt, als hätten wir einen Privatpool, einen Privatkoch und eine Privatputzfrau in unserem eigenen Privathotel😉

Durch diese mehr als geringe Ausbuchungsquote hatten wir das Glück, auch hier wieder die Gelegenheit zu bekommen, uns mit den Mitarbeitern des Hotels anzufreunden und über ein normales Angestellten-Kunden-Verhältnis hinaus Zeit miteinander zu verbringen. So ist Edu mit dem Manager Nana und seinem Fahrer einen Tag Angeln gegangen und einen anderen Tag shoppen gewesen – natürlich Batik-Mode für Herren, ganz so wie es sich in Indonesien gehört. Zum Abschluss haben wir mal wieder Tortilla mit Frikadellen für alle Mitarbeiter gekocht, was dann bei einem großen gemeinsamen Essen gemeinsam vertilgt wurde. Auch wenn es für uns etwas untypisch war, aber die Indonesier haben ihre Portion jeweils noch mit gekochtem Reis kombiniert. Naja, Hauptsache es schmeckt🙂

In unserer ersten Woche haben wir größtenteils die Ruhe in unserem Hotel genossen. Ganz ohne Ausflug ging es aber trotzdem nicht. Wir haben den Uluwatu-Tempel besichtigt, wo wir Zeugen einer ritualen Waschung geworden sind. Traditionell müssen sich Balinesen nach einem Albtraum in einem Tempel reinigen, damit der Traum nicht wahr wird. Mehr als 90 Prozent der Balinesen sind Hindus. Die besondere Mischung aus Hinduismus und örtlicher Naturreligionen bestimmen den Alltag der Balinesen stark. An jeder Ecke und in jedem noch so abgelegenen Winkel trifft man auf religiösen Zeremonien, kleine Tempel, Opfergaben für Götter oder Statuen von Göttern und Dämonen.

Einen anderen Abend haben wir den Sonnenuntergang am Kuta-Beach genossen. Ein traumhafter Anblick, den Eva sich damit versüßt hat, dass sie zum ersten mal in ihrem Leben Sand gegessen hat. Igitt, igitt, aber Eva hat der Sand im Mund nicht gestört ;)

Unsere zweite Woche auf Bali haben wir im Zentrum der Insel, im kleinen süßen Touristenstädtchen Ubud verbracht. In einem über Airbnb angemieteten Häuschen konnten wir selber kochen, in der Hängematte entspannen, uns im Pool erfrischen und an unserem Eva-Sonnenschein erfreuen. Leider haben wir dort auch Kontakt mit Balis riesigen, fliegenden Kakerlaken gemacht, ein Anblick, der uns in unseren eigenen vier Wänden gerne erspart geblieben wäre…

Wir haben unsere Zeit zudem damit verbracht, durch das Städtchen zu schlendern und uns mit dem köstlichen kulinarischen Angebot Ubuds vertraut zu machen. Das Standardprogramm eines jeden Ubud-Aufenthalts beinhaltet einen Besuch im  Monkey Forest, einem Wald voller Affen, der wenn er nicht so voll mit Touristen wäre, eine sehr gute Indiana-Jones-Kulisse abgeben würde.

Religion spielt auf Bali eine sehr wichtige Rolle. Von ihrer Geburt an bis zu dem Tag an dem sie sterben erleben die Balinesen unzählige religiöse Feste und Riten und sogar nach dem Tod ist man noch Teil der Riten. Neben unserer Unterkunft lag eine Schule, die zufälligerweise an einem Tag unseres Aufenthalts Saraswati, dem Gott der Lehre und Bildung, in einer Zeremonie gewürdigt hat. Ein süßer und faszinierender Anblick, wie schon fünfjährige geduldig die Zeremonien durchführen.

Einen Tag haben wir damit verbracht, einen Ausflug in Ubuds Umgebung zu machen. Gemeinsam mit unserem Fahrer Wayan haben ir Reisfeldterrassen gesehen, ein Mittagessen mit Panoramablick auf den noch aktiven Gunung Batur Vulkan eingenommen und zwei verschiedene Tempel besucht. Der Tirta Empul Tempel ist ein hinduistischer Wassertempel, der bekannt für sein heiliges Quellwasser ist. Am Tag unseres Besuchs war gerade ein besonderer Feiertag im Jahr, an dem sich alle Balinesen der Region in dem Wasser gereinigt haben. Großes Geschrei kam auf, als sich eine Schlange in das Wasser verirrt hatte. Zum Glück ist es aber bei dem Schreck geblieben und keiner wurde gebissen. Am späten Nachmittag haben wir dann n0ch den Gunung Kawi Tempel besucht, mein persönlicher Favorit aller Tempel, die wir in Bali besucht haben. Der Tempel aus dem 11. Jahrhundert ist traumhaft gelegen zwischen Reisterrassen am Pakerisan-Fluss. Zehn in den Fels gehauene, sieben Meter hohe Schreine kann man in dieser wunderschönen Umgebung entdecken.

Unsere letzte Woche auf Bali haben wir im Nordosten der Insel, in dem kleinen Taucher-Dorf Tulamben verbracht, um – Überraschung – zu tauchen😉 Diese Woche war einfach genial und das absolute Highlight unseres Bali-Aufenthaltes. Das USAT Liberty Schiffswrack aus dem zweiten Weltkrieg liegt direkt vor Tulambens Küste und beherbergt die verschiedensten Unterwasserlebewesen im Überfluss.

Zusammen mit unserem Tauchlehrer Ricardo aus Deutschland, dem das Tauchressort Ocean Sun gehört, haben wir den Open Water Kurs absolviert. Dieser beinhaltete zwei Übungstauchgänge im Pool und drei Tauchgänge im offenen Meer. Tauchen ist ein nicht ungefährlicher, technischer Sport und es gibt viel zu lernen, bevor man das erste mal ins Wasser kann. Wir haben also erst mal im Pool geübt wie man unter Wasser kommuniziert, Wasser aus seiner Taucherbrille bekommt, wie in welcher Notsituation reagieren sollte, wie man seine Geräte überprüft und noch vieles mehr. Eine Theoriestunde gab es auch und am Ende mussten wir einen Test bestehen, bevor wir unseren Open-Water-Tauchschein erhalten haben. Eva wurde währenddessen von mindestens zwei, eher vier Mitarbeiterinnen des Ressorts verwöhnt und betreut, von Fremdeln keine Spur. Für uns war das eine willkommene Abwechslung zum Elterndasein.

Mit all dem neu erworbenen Wissen ging es dann ab unter Wasser und auch wenn wir zu Beginn noch viel mit Technik und kaum mit schauen beschäftigt waren, so war allein dies schon ein berauschendes Gefühl. Mit der Zeit wurden wir technisch  immer sicherer. Was für ein berauschendes Gefühl scheinbar schwerelos durch die Meere zu gleiten!!!! Bis zu 18 Meter tief sind wir getaucht, haben die verschiedensten Fische inklusive Haien gesehen und das Wrack der USAT Liberty erforscht.

Mehr Eindrücke von unserem ersten Tauchgang findet ihr in dieser Mini-Galerie und ich hoffe, dass in den nächsten Jahren noch viele Tauchgänge folgen werden. Nach drei spannenden Wochen auf Bali fliegen wir in die Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, könnt ihr euch schon auf meinen nächsten Blogbeitrag freuen.

Dauer: 19. November bis 10. Dezember 2015, Hotel: Vidi Boutique Hotel in Jimbaran, Airbnb-Unterkunft in Ubud, Dive Resort Ocean Sun in Tulamben

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Windelratgeber für Südostasien

Wie viele Windeln passen in mein Gepäck? Kann man in Südostasien neue Einmal-Windeln kaufen? Wenn ja, wo überhaupt? Als junge Mutter macht man sich natürlich Gedanken im Vorfeld der Reise, ob das Baby im exotischen Urlaubsort auch gut genug versorgt wird. Aber kein Grund zur Sorge! Windeln gibt es immer und wirklich überall zu kaufen.

Wir haben zu Beginn unserer Reise unsere Tasche immer wieder mit einem riesigen Windelvorrat vollgepackt, weil wir unsicher waren, ob es im nächsten Urlaubsort überhaupt Windeln zu kaufen geben wird. Nachdem wir diesen Fehler ein paar mal gemacht haben, sind wir schnell zu der Einsicht gekommen, dass das nicht nötig ist, denn selbst der kleinste Laden im abgelegensten Ort führt Windeln und hat meist sogar zwei Marken zur Auswahl. Lasst also das XXL-Vorratspaket zu Hause und spart euch die Schlepperei. Es reicht, wenn ihr jeweils einen kleinen Windelvorrat für die nächsten zwei-drei Tage mitnehmt. Was es alles über Windeln in Südostasien zu wissen gibt und welche Erfahrungen wir damit gemacht haben, möchte ich euch in diesem Blogbeitrag schildern.

Verkaufsorte

Wie bereits gesagt, gibt es Windeln immer und überall zu kaufen. Dabei unterscheidet sich das Windlangebot in größeren Städten von dem Angebot in kleineren Ortschaften.

In größeren Städten gibt es an jeder Ecke Supermärkte oder 7-11, die in der Regel mindestens zwei Windelmarken führen, eine günstigere Marke und eine Premium-Marke, die dann auch den entsprechend hohen Premium-Preis hat. Eine besonders große Auswahl und wirklich alles, was das Wickel-Mama-Herz begehrt, findet ihr in Malls, also Shopping-Centern. Wer also ganz bestimmte Windelprodukte oder -marken sucht und das nötige Kleingeld mitbringt, sollte sich hier entsprechend für die nächsten Tage ausstatten. Achtung, manchmal findet ihr in den Malls die Windeln im Supermarkt, manchmal in den Apotheken.

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Windelauswahl im kleinen Supermarkt in Indonesien

 

In  kleineren Ortschaften hingegen ist das Angebot etwas limitierter. Man findet zwar in wirklich jedem noch so kleinen Kiosk mindestens ein-zwei verschiedene Windelmarken. Wer nur eine bestimmte Marke benutzen will, wird hier nicht fündig. Für uns persönlich war das Angebot jedoch immer mehr als ausreichend. Ich würde davon abraten, große Hamstermengen einer bestimmten Marke einzukaufen, da das am Ende alles nur geschleppt werden muss.

Qualität der unterschiedlichen Marken

Im Zuge unserer Reise und Blog-Recherche haben wir versucht, so viele unterschiedlichen Marken wie möglich auszuprobieren. Die Auswahl ist riesig und variiert von Supermarkt zu Supermarkt. Auch wenn ich es nicht erwartet hätte, waren erstaunlicherweise alle von uns getesteten Marken – egal ob unbekannte, kostengünstige oder teurere Premium-Marke, völlig ausreichend in ihrer Funktion. Es gab weder einen wunden Popo noch Rötungen oder Hautirritationen. Meistens haben die Windeln selbst nachts 12 Stunden lang dicht gehalten.

Den größten Unterschied zum deutschen Windelangebot haben wir darin festgestellt, dass die angebotenen Windeln oft Höschen-Windeln sind, die nicht mit einem Klettverschluss an der Seite geschlossen werden, sondern wie eine Unterhose übergezogen werden. Das ist Geschmackssache, ob man es mag oder nicht.

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Einen Pluspunkt bekommen die südostasiatischen Windelhersteller von mir beim Thema Design. Insgesamt sind die Windeldesigns hier bunter, fröhlicher und abwechslungsreicher. Mein persönliches Lieblingsdesign war die Superhelden-Edition, die ich in Malaysia gesehen habe. Schade, dass es sowas bei uns in Deutschland nicht gibt. Am Ende habe ich während unserer Reise oft zu Drypers, Mamy Poko oder Pampers gegriffen, je nach Verfügbarkei.

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Mein Lieblingsdesign: Die Superhelden-Edition

 

Preise

Die Windelpreise variieren selbstverständlich von Hersteller zu Hersteller und je nach Packungsgröße, aber hier findet ihr eine grobe Übersicht mit Preisen aus dem Winter 2015/16 zum damaligen Wechselkurs. Die Preise variieren zwischen 0,10 € (Kuala Lumpur, Malaysia) und 0,27 € (Siem Reap, Kambodscha) pro Stück. Meist sind die Windeln in größeren Städten günstiger.

Indonesien

  • Jakarta – 46,00 IDR / 20 Stück –> 0,15 € pro Stück
  • Tulamben, Bali – 50,000 IDR / 20 Stück –> 0,16 € pro Stück
  • Yogyakarta – 40,000 IDR / 20 Stück –> 0,13 € pro Stück

Kambodscha

  • Phnom Penh – 6,5 $ / 20 Stück –> 0,29 € pro Stück
  • Siem Reap – 6 $ / 20 Stück –> 0,27 € pro Stück

Malaysia

  • Georgetow, Penang – 12 RM / 20 Stück –> 0,13 € pro Stück
  • Kuala Lumpur – 10 RM / 20 Stück –> 0,10 € pro Stück

Thailand

  • Bangkok – 140 THB / 20 Stück –> 0,18 € pro Stück
  • Railay  – 200 THB / 20 Stück –> 0,25 € pro Stück
  • Ko Lanta – 200 THB / 20 Stück –> 0,25 € pro Stück

Vietnam

  • Hanoi – 4,50 $ / 20 Stück –> 0,21 € pro Stück
  • Hoi An – 6,50 $ / 20 Stück –> 0,29 € pro Stück

Mengen

Neigt man zu Hause eher dazu, einen Windelvorrat zu haben, so ist dies auf Reisen nicht zu empfehlen. Das Gepäck ist meist eh schon viel zu schwer und voll, also sollte man an Gepäck sparen wo immer es möglich ist. Wir sind in der Regel mit ca. 10 Windeln von A nach B gereist. Die meisten kleinen Supermärkte bieten Windelpackungen mit 3 – 24 Stück an, will man größere Vorratspackungen kaufen, so findet man diese häufig nur in großen Super

Wickel-Accessoires: Feuchttücher & Co

So problemlos es auch war, immer und überall Windeln zu erwerben, kann man dies über den Erwerb von Feuchttüchern leider nicht behaupten. Gerade in kleinen Geschäften werden diese nicht angeboten. Es empfiehlt sich, Feuchttücher auf Vorrat zu kaufen und immer eine Ersatzpackung im Gepäck zu haben.

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Feuchttücher in Malaysia

Einmal-Wickelunterlagen habe ich so gut wie nie gesehen. Wir hatten eine mehrfach wieder verwendbare Wickelunterlage dabei, die die ganze Reise und darüber hinaus gehalten hat.

Schwimmwindeln

Zunächst hatte ich es mit normalen Windeln beim Schwimmen probiert, allerdings sind diese alle mit einer Art Gel gefüllt, das beim Schwimmen im Wasser aufplatzt. Schwimmwindeln gibt es so gut wie nie zu kaufen. Ich habe diese lediglich als teures Importprodukt aus England in einer Mall in Kuala Lumpur für 0,80 € das Stück  gesehen. Da wir keine Schwimmwindeln dabei hatten, habe ich diese gekauft, was auch sehr gut funktioniert hat. Beim nächsten mal würde ich allerdings zwei wieder verwendbare Schwimmwindel aus Stoff mitnehmen, so spart man sich das rumschleppen der Einmal-Schwimmwindel-Packung.

 

Street Art

Wiedersehen in Kuala Lumpur / Malaysia

Wie der Zufall so wollte, hatten wir während unseres Aufenthalts in Kuala Lumpur die Möglichkeit, viele Menschen, die wir während unserer Reise bisher kennen gelernt hatten, wieder zu treffen. Da waren zum einen Mikel, Edus Freund, sowie Toku und Noriko samt Kindern, in deren Gästehaus wir in den Cameron Highlands übernachtet hatten. Die Vier haben zeitgleich auch einen Ausflug nach Kuala Lumpur zum Shoppen gemacht. Sie haben uns zum Mittagessen in ein chinesisches Restaurant im Stadtteil Pudu eingeladen, wo schon eine halbe Stunde vor Küchenöffnung alle Tische besetzt sind und man wohl das beste gebratene Schweinefleisch in Kuala Lumpur bekommt, so genanntes Siu Yuk. Einfach lecker dieser Geheimtipp!

Zum anderen sind wir der Einladung von Jacky, die wir in Langkawi kennengelernt haben und die in Kuala Lumpur wohnt, gefolgt und haben sie und ihren Sohn zu Hause besucht – ein Appartement mit Pool und allem drum und dran. Neben den ganzen Einladungen und Treffen waren wir ziemlich viel Shoppen. Auch dabei haben wir – naja um genauer zu sein unser Menschenmagnet Eva – viele nette Menschen kennen gelernt. Ich bin gespannt, mit welchen  Menschen sich unsere Wege in den kommenden Wochen noch kreuzen werden!

Untergebracht waren wir in China Town im Lantern Hotel – zentraler ging es kaum, denn das Hotel lag mitten auf der Jalan Petaling, einer wuseligen Einkaufsstraße mit zahlreichen Straßenhändlern. Insgesamt war Kuala Lumpur zwar spannend, aber wir waren am Ende doch froh, der hektischen und lauten Stadt schnell wieder entfliehen zu können. Next Stop: Indonesien, Bali🙂

Dauer: 13. bis 19. November 2015, Hotel: Lantern Hotel Kuala Lumpur

Tee so weit das Auge reicht in den Cameron Highlands

Abkühlung in den Cameron Highlands / Malaysia

Teeplantagen, Blumen und Gemüseanbau – dafür steht unsere nächste Reiseetappe, die Cameron Highlands. Als beliebtes Ausflugsziel für viele Malaysier  umfassen die Cameron Highlands ein etwa 712 Quadratkilometer großes, kühles Hügelland, dessen höchster Berg Gunung Batu Brinchang 2.031 Meter hoch ist. Edus ehemaliger Kommilitone Mikel lebt und arbeitet dort in einem Guest House, so dass wir die Chance genutzt und ihn dort besucht haben. Eine gute Entscheidung, denn wir wurden dort wie Familienmitglieder aufgenommen.

Mit Abstand der schönste Teil der Cameron Highlands sind die hiesigen Teeplantagen. Insgesamt haben wir zwei Teeplantagen besucht, eine relativ kleine Plantage und die BOH-Tee-Plantage. Seit 1929 ist BOH-Tee-Malaysia eine der wenigen Teeproduzenten der Welt, der seinen Tee komplett selbst anbaut, verarbeitet, verpackt und vermarktet. Insgesamt produziert BOH-Tee 4 Mio. kg Tee pro Jahr, das entspricht ungefähr 5,5 Mio. Teetassen pro Tag.

Ein weiteres, atemberaubendes Naturerlebnis war der Besuch im Mossy Forest (Mooswald), einem alten, nebeligen und mit Moos übersätem Regenwald. 2000 Meter hoch liegt der Wald und auf einem gut befestigten Holzsteg kann man durch laufen.

Wie der Zufall so wollte, war Liew vom Cactus Inn aus Langkawi zeitgleich mit uns in den Cameron Highlands, um ihre Familie zu besuchen. Einen Tag lang hat sie uns zu sich nach Hause eingeladen, wo wir mit köstlichem, selbst gekochtem Essen, jeder Menge Gastfreundschaft und gutem Whisky für Edu verwöhnt wurden. Außerdem hat sie mit uns eine Cactus-Farm und einen buddhistischen Tempel besichtigt. Eva hat in diesem Tempel sofort Freundschaft mit einer buddhistischen Nonne geschlossen. Zitat Nonne: „We look the same :)“

Leider haben wir in den Cameron Highlands auch Dinge entdeckt, die für uns nicht erfreulich waren. Regenwälder werden illegal abgeholzt, um landwirtschaftlich genutzte Felder anzulegen, Müll wird in Flüssen entsorgt, Schrottautos verrotten am Straßenrand, riesige Hochhäuser sowie mit Plastikbahnen überzogene Felder zerstören den Blick auf das Hochland und es riecht mehrmals täglich nach chemischen Dünger. Echt erschreckend, wenn man Umweltverschmutzung so hautnah erlebt und sieht, wie egal das vielen Menschen hier ist.

Wie dem auch sei, nicht nur durch Liew, sondern auch durch Troji, der Besitzer des Guest House Westwood Highland, und seine Familie wurden wir mehr als herzlich aufgenommen und umhergeführt. Absolutes Highlight war ein gemeinsames Steamboat-Essen, eine Art von chinesischem Fondue, allerdings mit Brühe statt Öl. Sehr sehr lecker! Schön waren aber auch die vielen kleinen Dinge, die Troji und sein Bruder Toku für uns getan haben, sei es bei der Brei-Gläschen-Besorgung für Eva oder beim gemeinsamen Mittagessen in ihrem Lieblingsrestaurant. Außerdem hat Eva in den Cameron Highlands sitzen gelernt, zum ersten mal in ihrem Leben mit nur einer Hand als Hilfe gestanden und mit den beiden süßen Kindern von Toku gespielt. Schweren Herzens haben wir uns von diesen besonderen Menschen und von Mikel nach einer Woche getrennt und sind nach Kuala Lumpur aufgebrochen.

Dauer: 5. bis 13. November 2015, Hotel: Guest House Westwood Highland